Donnerstag, 1. April 2010

Jobcenter/ARGE Episode 7.899 + Wohnungskrampf

ich bin kurz davor mein bitter erkämpftes und selbst geschaffenes Jobangebot doch wieder abzusagen, denn ich finde keine bezahlbare Bleibe, weder vor Ort noch in der 50km Umgebung. da mein Gehalt gering ist und ich damit in die Riege der Geringverdiener aufsteige, stünde mir Unterstützung von Amts Wegen zu. Ich hing schon letzte Woche ständig am Telefon, um herauszubekommen, wieviel das ungefähr wäre, damit ich das bei der Wohnungssuche berücksichtigen kann, da konnte mir aber an 3 verschiedenen Stellen niemand etwas sagen, noch dazu war die Antwort auf meine Email, dass sich mein jetziges Jobcenter darum kümmern müsse, während die sagen, das dortige sei zuständig.
Nun machte ich mich also auf die Suche nach Wohnungen oder wenigstens WG Zimmern in bis zu 40 km Enterfernung (wo ja noch ein horrender Monatskartenpreis fürs Hin- und Herfahren hinzukommt, mal ganz davon abgesehen, dass mir, als über 25jähriger, eine eigene Wohnung zustehen würde), aber dort scheint es nicht so richtig zu klappen. Ich durchsuche jeden Tag die Wohnungsanzeigen sowie die WG anzeigen, schreibe Gesuche und Mails und SMS und telefoniere..und telefoniere....und telefoniere...
Nun sitze ich schon wieder den ganzen Morgen am Telefon, ARGE A, ARGE B (je nachdem wo ich denn wohnen würde), Wohngeldamt, nochmal ARGE B, dann nen Makler (wobei ich mir die Courtage gar nicht leisten kann) und und und... Wenigstens wurde mir jetzt erklärt wie gerechnet wird bzw wie ich mir alles selbst ausrechnen kann. Also, wenn ich das richtig verstehe setzt sich mein Bedarf aus der verhältnismäßigen Nettokaltmiete der entsprechenden Mietobergrenze + Heiz und Betriebskosten zusammen + Hartzi Grundsicherung von 359€ = Bedarf. Davon wird mein Einkommen abgezogen, wobei es da Freibeträge gibt, da man ja arbeitet. Das sind dann 100€ + 20% vom übrigbleibenden Rest als Freibetrag. Das wird dann von meinem bedarf abgezogen....sagt ARGE A..... ARGE B rechnet allerdings anders. Laut dieser liege ich soundso viel Euro über dem Grundbedarf und die rechnet dann die Miete (Mietobergrenze inkl Betriebskosten, aber ohne Heizung) minus die Euro, die ich überm Grundbedarf liege und sagt ich würde ungefähr das bekommen....des Weiteren wurde ich zur Wohngeldstelle überwiesen, und dieser Herr dort rechnet nochmal anders, denn da sind es Einkünft minus Miete, pauschal werden vom Einkommen für Kranken- und pflegeversicherung 20% abgezogen (kommen noch Steuern dazu dann 30%, was dann das Nettoeinkommen für die Berrechnung des Wohngeldes ergibt. So würde ich bei einer WOhnung, die an der Mietobergrenze liegt, X Euro bekommen, würde die Wohnung allerdings weniger Kosten, wird auch das Wohngeld weniger, wobei es sehr rapide absteigt. Noch hinzu kommt, dass ich einen eventuellen Mietvertrag nicht einfach so unterschreiben kann, sondern ein schriftliches Wohnungsangebot brauche, damit zu meinem Jobcenter rennen muss und das da einreichen muss. (Nicht, dass das irgendwie einen schlechten Eindruck auf einen zukünftigen Vermieter machen würde, nööö gar nicht). Die berechnen dann und müssen eine Zusicherung geben (Ich habe also quasi einen Vormund namens Jobcenter) und dann dackel ich mit allem zum Jobcenter A oder B (entweder im Arbeitsort oder im Wohnort, je nachdem wo ich wohn) und muss dort EINEN KOMPLETT NEUEN Hartz IV antrag stellen mit allem drum und dran...was mich ja aus Erfahrung schon wieder mindestens 4 Vormittage kostet...und sollte ich wieder falsche Formulare bekommen, nochmal länger. (Denn letzte Woche hab ich Förderung und Reisekosten beantragt, allerdings ein Formular (per Post!) für Bewerbungskosten bekommen, was nun alles nicht geht und nun keiner weiß wie, was, wo! Jedenfalls war ich extra deswegen nochmal bei meinem Lieblingsjobcenter... nicht, dass es einfacher wäre, wenn man sich einfach selbst alle Formulare runterladen könnte, aber das nur mal so am Rande)
außerdem versteh ich in den Wohnungsanzeigen den Terminus "Warmmiete" nicht, denn für mich beeinhaltet das Wort "warm" in Warmmiete, dass die Wohnung dann warm ist, also Heizung hat und warmes Wasser. Allerdings steht in den Wohnungsanzeigen immer:" Kaltmiete zzgl. NK (soweit klar): XY €", "Nebenkosten: Z€", "Warmmiete: XYZ€", "Heizkosten in den Nebenkosten enthalten? Nein" und bei manchen steht dann noch bei, dass man, neben Strom, auch noch Wasser und Heizung eigenständig abrechnen muss, plus bei der einen Wohnung stand noch, dass man noch eine Instandhaltungspauschale von 32€/Monat zahlen muss...plus, wenn man braucht, einen Stellplatz für 35€, plus, wenn mann eine Einbauküche will, 25€ extra, plus, wenn man Laminat will, nochmal 10€ hinzukommen... da ist die Presistruktur von Ryanair und Konsorten direkt übersichtlich gegen.
Ich habe echt keine Lust mehr und bin kurz davor, meinen selbstgeschaffenen Job wieder abzusagen und noch n paar Monate länger Hartzi hier zu sein und dann zu warten, dass ich was finde, wo ich genug Geld zum Leben verdiene. Es kann doch nicht sein, dass ich nen Job absagen muss, weil ich keine Wohnung bekomme und es einfacher ist, zu Hause faul rumzusitzen anstatt einer Arbeit nachzugehen, weil alles viel zu umständlich ist (da denk ich aber beispielsweise auch schon wieder an diese Praktikumssache....)

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